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Technologielücken werden schneller geschlossen

Technologielücken werden schneller geschlossen

Antriebs- und Fluidtechnik liefern die Komponenten, ohne die eine Industrie 4.0-Welt nicht errichtet werden kann. Zugleich wird die Verschmelzung dieser beiden Branchen mit der Intralogistik immer weiter vorangetrieben, um Technologielücken schneller zu schließen. Dafür steht auch das Motto der diesjährigen Hannover Messe: „Integrated Industry – Connect & Collaborate“.

Hartmut Rauen, Geschäftsführer der VDMA-Fachverbände Antriebstechnik und Fluidtechnik (Bild: VDMA

Auf der Industrieschau präsentieren die Hersteller von Antriebstechnik und Fluidtechnik innovative Produkte und smarte Anwendungen rund um die laufenden Transformationsprozesse in den Bereichen Digitalisierung und Industrie 4.0, Automatisierung und Elektrifizierung. Die VDMA- Fachverbände Antriebstechnik und Fluidtechnik begleiten ihre Mitgliedsunternehmen mit zahlreichen Angeboten und Aktivitäten auf dem Messegelände.

Sonderschau „Intelligente Antriebstechnik und Fluidtechnik“

Führende Firmen der beiden wichtigsten Zulieferbranchen des Maschinenbaus zeigen anhand von Exponaten die kontinuierliche Weiterentwicklung vorhandener Komponenten und Systeme hin zu intelligenten Industrie 4.0-Bausteinen (Halle 23, Stand A19). Hartmut Rauen, Geschäftsführer der VDMA-Fachverbände Antriebstechnik und Fluidtechnik, sieht die Branche hier auf einem guten Weg: „Mit Blick auf die Digitalisierung bzw. Industrie 4.0 kommt den Unternehmen der Antriebstechnik und Fluidtechnik eine zentrale Funktion zu. Mit ihren intelligenten Komponenten sind sie die Quelle des Data Mining und wichtiger Enabler für smarte und effiziente Produktionsprozesse. Mechanik, Elektronik und Datenverarbeitung gehen mit der Industrie 4.0-Komponente Hand in Hand. So werden zukunftsweisende     Lösungsansätze und Geschäftsmodelle wie Predictive Maintenance möglich.“

Premiere für IAMD – Cemat kehrt zurück

Verschiedene Technologien aus den Bereichen Antriebstechnik, Fluidtechnik, Robotik und Automation werden zu neuartigen Industrie 4.0-Komponenten verschmolzen. Zugleich werden die Innovationszyklen kürzer. Als logische Konsequenz steht die Fusion der bisherigen Leitmessen MDA und IA zur neuen IAMD (Integrated Automation, Motion & Drives) auf der Hannover Messe, die von nun an im Jahresturnus stattfinden wird.

Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe, Hannover (Bild: Deutsche Messe AG)

„Industrie 4.0 lässt Branchengrenzen verschwinden und Innovationszyklen werden kürzer. Bislang waren Unternehmen aus dem Bereich der Antriebs- und Fluidtechnik alle zwei Jahre präsent. Im Zeitalter der Digitalisierung kommen Produkte aber immer schneller zur Marktreife. Dementsprechend wollen die Unternehmen ihre Innovationen häufiger zeigen. Damit stärken wir die Position der Hannover Messe als Weltleitmesse für Industrie 4.0. Von der intelligenten Komponente bis hin zum Datenmanagement in der Cloud bietet sie wie keine andere Veranstaltung den Blick auf die gesamte Lösung und nicht nur auf einzelne Bausteine“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG.

Intralogistik zählt zu den wichtigsten Abnehmerbranchen der Antriebs- und Fluidtechnik. Die Rückkehr der Cemat, der Weltleitmesse der Intralogistik, auf die Hannover Messe verdeutlicht das Zusammenrücken von Anbieter und Kunde anlässlich neuer Geschäftsmodelle im Zuge von Industrie 4.0.

Durch strategische Zusammenarbeit über Branchengrenzen hinweg können heute noch vorhandene Technologielücken geschlossen, Innovationen schneller am Markt platziert und Wettbewerbsvorteile als Innovationstreiber erreicht werden.

 

Christian H. Kienzle, CEO von Argo-Hytos und Vorsitzender des Fachverbands Fluidtechnik (Bild: VDMA)

Christian H. Kienzle, CEO von Argo-Hytos und Vorsitzender des Fachverbands Fluidtechnik im VDMA, betont:

„In der Branche ist eine zunehmende Kooperation zwischen Antriebs- und Fluidtechnikherstellern mit Sensor-, Elektronik- und IT-Anbietern zu erkennen. Dies ist zwingend erforderlich, da die digitale Entwicklung in der Antriebs- und Fluidtechnik-Industrie zukünftig noch stärker auf die Verschmelzung neuer Technologien setzen wird. Es kommt darauf an, die Potenziale der Themen I4.0/Digitalisierung, Vernetzung, Kommunikation und Elektrifizierung zu erkennen und als Kernthemen in der Unternehmensstrategie zu verankern, um so deren Bedeutung und das Gewicht für eine zukunftsweisende Unternehmensentwicklung zu unterstreichen.“

Es gilt dabei, „die Entwicklungszeiten für neue Technologien zu verkürzen – Stichwort ‚Time to Market‘“, bestätigt Wilhelm Rehm, Vorstand der ZF Friedrichshafen AG und Vorsitzender des Fachverbands Antriebstechnik im VDMA.

Wilhelm Rehm, Vorstand der ZF Friedrichshafen AG und Vorsitzender des Fachverbands Antriebstechnik im VDMA (Bild: VDMA)

„Das gelingt einerseits durch den Aufbau von Ressourcen und durch die Erhöhung der Investitionsbudgets. Andererseits sind starke Netzwerke und Kooperationen mit Know-how-Trägern in allen relevanten Bereichen notwendig. Der Markt fordert nicht nur mechanische Antriebstechnik, sondern vielmehr intelligente mechatronische Systeme. Das bedeutet, dass klassische mechanische Produkte immer stärker mit Intelligenz angereichert werden müssen, bis hin zu Systemen, die autonomes Agieren und neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Das führt dazu, dass die Komplexität im Angebot für Antriebstechnik deutlich steigen wird“, erläutert Rehm.

 

Antrieb im Wandel

Eine der großen Herausforderungen, denen sich die Industrie stellen muss, ist die zunehmende Elektrifizierung des Antriebsstrangs, welche zu weitreichenden Veränderungen im Maschinenbau führen wird – insbesondere in der Antriebtechnik. Um seine Mitglieder für das Thema „Antrieb im Wandel“ gut zu rüsten, hat der VDMA die gleichnamige Studie bei der FEV Consulting in Auftrag gegeben. Diese zeigt auf, dass sich Hybridisierung und Elektrifizierung mittelfristig positiv auf die Wertschöpfung in Antriebsstrang von PKW, Nutzfahrzeugen und mobilen Maschinen auswirken und somit für den Maschinenbau große Chancen bergen. Das im Rahmen der Studie entwickelte spezielle Monitoring-System, der sogenannte „Zero Emission Vehicle Index“ (ZEV-Index), hilft dabei, die Transformation der Mobilität kontinuierlich zu beobachten und zu analysieren. Eine Kurzfassung der kürzlich veröffentlichten Studie ist beim VDMA Forum Elektromobilität E-Motive am Stand der Antriebstechnik und Fluidtechnik in Halle 23, Stand B19/1, erhältlich.

Plattformökonomie im Forum „Motion & Drives“

Digitale Plattformen spielen auch im Maschinenbau eine immer wichtigere Rolle. Der Mehrwert solcher B2B-Plattformen beruht insbesondere auf reduzierten Transaktionskosten, neuartigen Servicedienstleistungen und entsprechenden Geschäftsmodellen sowie zusätzlichen Netzwerkeffekten. Der Maschinen- bau kann in der Plattformökonomie ein Treiber des Geschehens sein. Die von VDMA und Deutscher Messe AG initiierte und von Roland Berger durchgeführte Studie „Plattformökonomie im Maschinenbau“ gibt der Industrie die erforderlichen Handlungsempfehlungen. Die Studie wird am Messemittwoch, 25. April 2018, im Forum „Motion & Drives“ (Halle 23, Stand B20) ausführlich vorgestellt. Zudem gibt es im Forum zahlreiche deutsch- und englischsprachige Vorträge zu Smart Manufacturing, Industrie 4.0, Predictive Maintenance, Intelligente Antriebstechnik und Fluidtechnik, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Ein High- light ist auch der „Indian Day“ am Messedonnerstag, 26. April 2018, mit dem der VDMA der zunehmenden Bedeutung der Industrienation Indien mit Erfahrungsberichten und einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion Rechnung trägt.

Innovationskultur und Einsatz von Spitzentechnologien zahlen sich für die Branche aus

Mit einem Umsatzvolumen von gut 24,7 Mrd. Euro bilden die deutsche Antriebstechnik und Fluidtechnik das größte Branchensegment innerhalb des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland und sind Arbeitgeber für rd. 130.000 Beschäftigte. Die Spitzenposition beim Welthandelsanteil mit mehr als 20 % und ein hohes Exportvolumen von etwa 20 Mrd. Euro sind eindeutige Belege für die Leistungsstärke und Wettbewerbsfähigkeit beider Zulieferindustrien im weltweiten Vergleich. Nach einem erfolgreichen Jahr 2017 mit einem Umsatzplus von 8 % für die Antriebstechnik und 11 % für die Fluidtechnik sind auch die Perspektiven für 2018 positiv: Die deutsche Antriebstechnik rechnet mit einem Umsatzplus von 4 %, die Fluidtechnik prognostiziert ein Umsatzwachstum von 6 %.

Quelle: Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)

 
 

Veröffentlicht von

MK Krueger

Ob Industrie 4.0, Predictive Maintenance oder Condition Monitoring: Aktuelle Themen und Trends der Branche aufzugreifen, zu recherchieren und zu vermitteln – das ist es, was mich als Redakteurin der antriebstechnik so begeistert.

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