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Fernüberwachung: Expertenwissen standortunabhängig bereitstellen

Fernüberwachung: Expertenwissen standortunabhängig bereitstellen

Fernüberwachung: Expertenwissen standortunabhängig bereitstellen

Viele Unternehmen müssen sich mit schlankeren Budgets, einer älter werdenden Belegschaft und zunehmend entfernt voneinander liegenden Produktionseinrichtungen auseinandersetzen. Die qualifiziertesten Mitarbeiter an allen Produktionsstätten gleichermaßen verfügbar zu haben, ist nicht realisierbar. Der zunehmende Einsatz von Fernüberwachung verspricht jedoch Abhilfe.

Wie lässt sich das umsetzen? Voraussetzung sind zwei Punkte: Zum einen die Verschmelzung der Betriebs- und Informationstechnologie zum Connected Enterprise. Zum anderen der Einsatz von neuen Schlüsseltechnologien, wie Industrie 4.0 oder Cloud Computing. Werden diese kombiniert, lässt sich eine vereinheitlichte und stark vernetzte Infrastruktur schaffen, die einen umfassenden Fernzugriff ermöglicht. Auf dieser Grundlage können Techniker die Leistungsdaten mehrerer Anlagen in Echtzeit überwachen und gemeinsam mit den Mitarbeitern vor Ort Wartungs- und Reparaturarbeiten vornehmen.

Fernüberwachung: Expertenwissen standortunabhängig bereitstellen

Bild: Rockwell Automation

In der IT bewährt

Fernwartungsdienste kommen bereits in den Büroumgebungen auf der Unternehmensebene zum Einsatz. Anstatt in jeder Niederlassung Support-Mitarbeiter einzusetzen, beschäftigen Unternehmen ihr IT-Personal häufig an einem zentralen Standort oder nutzen externe IT-Anbieter. Das Support-Personal kann Mitarbeiterfragen beantworten, Software aktualisieren und per Fernzugriff Fehler beheben oder Korrekturen vornehmen – und das alles, ohne vor Ort sein zu müssen. Auf diese Weise können Unternehmen ihre Arbeitskräfte effizienter einsetzen, Reisekosten reduzieren und Probleme schneller lösen. Auf die Fertigungsumgebung übertragen bietet die Fernüberwachung dieselben Vorteile sowie neue Möglichkeiten für längere Maschinenlaufzeiten.
Ein globaler Hersteller von verpackten Lebensmitteln kann so beispielsweise per Fernzugriff die Daten seiner weltweiten Werke abrufen und abgleichen, um einen besseren Überblick zu erhalten, wie er am besten einen unterbrechungsfreien Betrieb seiner Anlagen und Verfahren gewährleisten kann. Außerdem lässt sich damit der Maschinen- und Systemstatus an allen Standorten in Echtzeit überwachen. Sobald Fehler, Warnungen oder Abweichungen auftreten, werden automatisch Mitteilungen an den jeweiligen Fachexperten gesendet, damit dieser dem möglichen Problem nachgeht. Der Ferntechniker kann unmittelbar mit dem Personal vor Ort Kontakt aufnehmen, um das Problem zu beheben, bevor es zu einem Ausfall führt. Sollte es dennoch zu einem Ausfall kommen, hat er sofort Einsicht in die wichtigsten Parameter, um schneller die Ursache dafür finden und gemeinsam mit den Mitarbeitern vor Ort Korrekturmaßnahmen vorzunehmen zu können.
Indem die Mitarbeiter der Anlage auf die jeweiligen Fachexperten zugreifen können, wird auch die Grundlage für eine Fernverwaltung wichtiger Fertigungsinfrastrukturen geschaffen. Funktionen wie Anlagenverwaltung, Desaster Recovery, Patch-Verwaltung oder Basisbewertungen lassen sich nun über einen sicheren Fernzugriff durchführen. Die richtigen Informationen mit den richtigen Personen in Verbindung bringen und Tools bereitstellen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können, eröffnet entscheidende Vorteile.
Mit der Fernüberwachung können Hersteller ihre Mitarbeiter auch auf künftige Herausforderungen vorbereiten. Neben der Tatsache, dass die Mehrzahl der heutigen Fachkräfte in absehbarer Zeit in Ruhestand gehen wird, erfordert ein Connected Enterprise auch eine neue Generation an Arbeitskräften, die sich sowohl mit Betriebs- als auch Informationstechnologie auskennen müssen. Die Fernüberwachung ermöglicht einen effizienteren Einsatz der vorhandenen Fachkräfte, indem weniger Experten Zugriff auf mehr Anlagen erhalten. Darüber hinaus lässt sich auch das technische Know-how der Mitarbeiter vor Ort mit Fachwissen in den Bereichen Betriebs- und Informationstechnologien, Infrastruktur und Protokollen erweitern. Unternehmen, die bereits unter Fachkräftemangel leiden, können Fernüberwachungsdienste externer Anbieter in Anspruch nehmen. In derartigen Fällen werden die Systeme des Unternehmens von den geschulten Technikern des Anbieters überwacht. Diese informieren dann bei Problemen die Werksarbeiter vor Ort, um den Fehler zu beheben. Das Unternehmen kann dabei jederzeit die zu überwachenden Parameter selbst festlegen und Berichte abrufen bzw. den Anbieter damit beauftragen.

Technologische Überlegungen

Für die Bereitstellung eines Fernzugriffs in den Fertigungsanlagen ist ein neuer Grad an Zusammenarbeit zwischen Betriebs- und IT-Ebene erforderlich. Während die IT-Mitarbeiter höchstwahrscheinlich schon mit den Fernzugriffsfunktionen vertraut sind, muss dieses Wissen bei der Einführung derartiger Technologien auch auf Betriebsebene den dortigen Mitarbeitern vermittelt werden. Umgekehrt stößt auch das IT-Wissen auf seine Grenzen, was die Produktionsanlagen betrifft. Das Betriebspersonal muss also sicherstellen, dass die Fernüberwachungssysteme den individuellen Anforderungen der Anlage gerecht werden.
Ein IT-Problem innerhalb einiger Stunden zu beheben, gilt in einer Büroumgebung auf Unternehmensebene in der Regel als ausreichend. Auf Anlagenebene würde das Gewinnausfall bedeuten. Folglich ist zwingend ein Fernüberwachungssystem erforderlich, das vorausschauende und vorbeugende Wartung sowie sofortige Korrekturmaßnahmen unterstützt.
Darüber hinaus stellt sich mit dem Zugang und Sammeln wachsender Datenmengen auch die Frage, wie und wo diese gespeichert werden sollen. Viele Hersteller nutzen daher Cloud-Speichersysteme anstatt ihre eigenen Server. Auf diese Weise muss das begrenzte Kapital nicht für physikalische Server ausgegeben werden in der Hoffnung, dass sich die Investition irgendwann vollständig amortisiert. Die Cloud bietet wesentlich mehr Flexibilität, da sie entsprechend den sich ändernden Anforderungen skalierbar ist.
Zu guter Letzt wird Sicherheit für jedes Unternehmen zur obersten Priorität, das die Zugriffsmöglichkeiten auf wichtige Daten und wertvolles geistiges Eigentum in der heutigen Zeit der Datenschutzverletzungen erhöht. Für die Planung und Umsetzung eines Connected Enterprise ist ein ganzheitlicher Defense-in-Depth-Sicherheitsansatz empfehlenswert. Damit lassen sich mehrere verifizierte Schutzebenen einrichten, um Informationen und Ressourcen gegen böswillige und versehentliche Sicherheitsbedrohungen zu schützen.
Als eigenständiger Service bietet Fernüberwachung ebenfalls integrierte Sicherheit. Bewährte und sichere Fernüberwachungslösungen benötigen beispielsweise lediglich einen Ausgangsport, jedoch keinen Eingangsport oder andere Neukonfigurationen der Firewall. Sie bieten außerdem vollständige Endanwenderkontrolle, wie z. B. Zugriffsbeschränkungen nach Benutzer oder IP-Adresse, Prüfpfade und Benachrichtigungen für jeden erfolgten Fernzugriff. Selbst die vollständige Überwachung und Aufzeichnung aller Fernzugriffsitzungen ist möglich.

Der Bedarf wächst

Da immer mehr Hersteller den Connected-Enterprise-Ansatz umsetzen möchten, führt dies zwangsläufig zu global stärker miteinander vernetzten Unternehmensstrukturen. Diese weltweit vernetzte Infrastruktur besteht aus Tausenden Maschinen und intelligenten Geräten, die auch kontrolliert werden müssen. Fernüberwachung ist die einzig sinnvolle Lösung, um diese Aufgabe mit möglichst geringem Aufwand durchzuführen und gleichzeitig von unterbrechungsfreien Laufzeiten und einem effizienteren Arbeitskräfteeinsatz zu profitieren.

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Veröffentlicht von

Dirk Schaar

Ich bin seit mehr als 20 Jahren in Automatisierung und Antriebstechnik unterwegs, weil mich die Technik-Themen immer wieder faszinieren und begeistern. Ich möchte meine Entdeckungen, Erlebnisse und Recherchen gerne mit meinen Lesern teilen - informativ, tiefgreifend, spannend, menschlich, lesenswert und charmant.

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