Edelstahlmotoren für die Lebensmittelindustrie

Edelstahlmotoren für die Lebensmittelindustrie

Angesichts der steigenden Anforderungen an Hygiene und konsequente Sauberkeit von Anlagen und deren Komponenten entwickelt Groschopp neue Edelstahl-Motoren, die gemäß dem aktuellen Stand der Technik in Bezug auf hygienische Sicherheit konstruiert sind. Die neue Baureihe basiert auf den bewährten Modellen, die bereits seit einigen Jahren erfolgreich in der lebensmittelverarbeiteten Industrie eingesetzt werden.

„Mit unserer Mitgliedschaft bei der EHEDG wollen wir zur hygiene­gerechten Konstruktion in der Nahrungsmittelproduktion beitragen“, so Thomas Georg Wurm, Geschäftsführer von Groschopp. Die European Hygienic Engineering & Design Group (EHEDG) ist ­eine Expertengemeinschaft von Maschinen- und Komponenten-­Herstellern, Fachleuten aus der Nahrungsmittelindustrie sowie von Forschungsinstituten und Gesundheitsbehörden. Die Organisation wurde 1989 mit der Absicht gegründet, das Bewusstsein für Hygiene bei der Verarbeitung und Verpackung von Nahrungsmitteln zu stärken. Hauptaufgabe der EHEDG ist es, eine sichere Herstellung von Lebensmitteln zu gewährleisten.

Edelstahlmotoren für die Lebensmittelindustrie

Angesichts der steigenden Anforderungen an Hygiene von Anlagen und deren Komponenten entwickelt Groschopp neue Edelstahl-Motoren (Bild: Groschopp)

Steigende Hygiene-Anforderungen

Bei der industriellen Verarbeitung von Lebensmitteln steigen die Anforderungen bezüglich Hygiene kontinuierlich. Der Hintergrund: Durch die Globalisierung und damit einhergehend die weite Verbreitung von produzierten Lebensmitteln kann eine Kontaminie-rung im Ernstfall globale Auswirkungen haben. Um einen bestmöglichen Grad an Sauberkeit zu erreichen, werden die Produktions­anlagen mit aggressiven Reinigungsmitteln eingeschäumt und abgespritzt. „Herkömmliche Motoren halten diesen harten Bedingungen nicht stand“, so Sascha Krause, Produktmanager bei Groschopp. „Deshalb wurden die neuen Edelstahlmotoren von Groschopp ­speziell für die oben genannten Einsatzbedingungen konzipiert.“

Edelstahlmotoren für die Lebensmittelindustrie

In Zusammenarbeit mit der EHEDG entstanden robuste Antriebe (Bild: Groschopp)

Hygienisches Design ohne Ecken und Kanten

In Zusammenarbeit mit der EHEDG und in Anlehnung an die EHEDG Guideline Doc 8 entstanden robuste Antriebe, die den ­aktuellen Stand der Technik in Bezug auf hygienische Sicherheit erfüllen. Sie sind aus rostfreiem Edelstahl gefertigt, verfügen über die hohe Schutzart IP69K und sind hochbeständig gegen Chemikalien. Alle Komponenten entsprechen der FDA-Bestimmung sowie den EHEDG Vorgaben. Die Motoren sind jedoch nicht nur besonders robust, sondern auch besonders reinigungsfreundlich konzipiert. So gibt es unabhängig von der Einbaulage keine ebenen Flächen; alle Innen- und Außenradien sind durchweg größer als 3 mm. Auch auf Schweißnähte und Unebenheiten durch die Verwendung von Schrauben wurde konsequent verzichtet. Die Rauheit der Oberfläche liegt unter Ra 0.8 µm. „Dank des gezielten Designs ohne Ecken und Kanten nach Kriterien der EHEDG können sich Schmutznester gar nicht erst bilden und Bakterien, die sich im Laufe des Betriebs bilden, lassen sich leicht entfernen“, so Sascha Krause. Dieses sogenannte „Hygienic Design“ ist im Übrigen nicht nur für die Lebensmittel­industrie, sondern auch für die Chemie- und Pharmabranche relevant. Es eignet sich zudem für Reinräume beispielsweise für die Fertigung von elektronischen und optischen Bauelementen.

Edelstahlmotoren für die Lebensmittelindustrie

Die Motoren sind reinigungsfreundlich konzipiert und hochbeständig gegen Chemikalien (Bild: Groschopp)

Technologieunabhängige Konstruktion

Die neuen Edelstahlmotoren werden technologieunabhängig erhältlich sein, sodass die Anwender je nach Applikation die passende Ausführung – als Synchron-, Asynchron- oder als bürstenbehafteter Motor – wählen können. Jeder Motortyp kann als Hygienic-Design-Variante oder mit EHEDG-Zertifikat erworben werden. Bei allen Ausführungen ist zudem eine Wasserkühlung realisierbar – so lässt sich gegenüber konvektionsgekühlten Antrieben die Effizienz deutlich erhöhen. „Bei traditionellen Edelstahlmotoren ist ab einer gewissen Abgabeleistung die Baugröße nicht wirtschaftlich. Zudem fehlt in den meisten Anwendungen der nötige Bauraum“, erläutert Sascha Krause. „Die Wasserkühlung löst dieses Problem, dadurch erschließen sich für die Edelstahlmotoren ganz neue Anwendungsgebiete. Unser Ziel ist es, den Markt für hygienische Antriebe voranzutreiben – nicht zuletzt mit einem guten Preis-/Leistungs-Verhältnis.“

Edelstahlmotoren für die Lebensmittelindustrie

Die neue Baureihe basiert auf den bewährten Silver Line-Modellen (Bild: Groschopp)

Innovation als Teil der Unternehmenskultur

Das Know-how für die Entwicklung der ­neuen Edelstahlmotoren zieht Groschopp unter anderem aus den Erfahrungen mit der bereits etablierten ESK-Reihe (Silver Line). Die ESK-Reihe besteht schon seit mehreren Jahren auf dem Markt und wird beispielsweise bei Transportanlagen in der lebensmittelverarbeiteten Industrie eingesetzt. Diese Motoren sind schon nach Hygienic Design Richtlinien konstruiert. Nun geht Groschopp mit der Erfüllung der EHEDG-Vorgaben einen Schritt weiter. „Das Spezialgebiet unseres Unternehmens sind innovative Motoren, Getriebe und Regler“, so Thomas Georg Wurm. „Alle unsere Produkte basieren auf eigener Grundlagenforschung. Unsere Entwicklungsabteilung ist direkt bei uns im Haus angesiedelt und verfügt über modernste Tools, einen speziell eingerichteten Musterbau und ein eigenes Labor – beste Voraussetzungen für Innovationen wie unsere neue Edelstahlbaureihe.“

Die neue Edelstahlbaureihe wurde der Öffentlichkeit erstmals auf der SPS IPC Drives 2016 präsentiert. Derzeit befinden sich verschiedene Varianten in der Bemusterung, ein Motortyp durchläuft die Zertifizierungsphase bei der EHEDG. Der Motor wird bei der EHEDG nach TYP EL Klasse I AUX zertifiziert, das bedeutet „für offene Anlagen mit Nassreinigung ohne Zerlegung“. Parallel zur Entwicklung der Motoren hat sich Groschopp bereits Gedanken über ein neues Schneckengetriebe gemacht, welches ebenfalls den hohen Anforderungen der EHEDG entspricht. „Es gibt in diesem Bereich noch viel Potenzial, das wir nach und nach ausschöpfen wollen“, so Sascha Krause abschließend.

www.groschopp.de


European Hygienic Engineering & Design Group

Zum weltweiten Netzwerk der EHEDG gehören mittlerweile mehr als 1 300 internationale Experten aus über 400 Firmen der Lebensmittelindustrie sowie aus dem Maschinen- und Anlagenbau ebenso wie Wissenschaftler und Behörden-Fachleute, die sich in Arbeitsgruppen mit der Entwicklung praxisnaher Richtlinien zum Thema Hygienic Design befassen. EHEDG Bauteil-Zertifizierungen sind nach den strengen Maßstäben der EHEDG-Institute international anerkannt und dementsprechend bei den Herstellern begehrt. In ihren 30 Ländergruppen in Europa, Asien und Amerika bietet die EHEDG Schulungen, Workshops und nationale sowie internationale Trainingskurse zum Thema Hygienic Design an. Weitere Informationen unter: www.ehedg.org

Dirk Schaar

Gepostet von: Dirk Schaar

Ich bin seit fast 20 Jahren in Automatisierung und Antriebstechnik unterwegs, weil mich die Technik-Themen immer wieder faszinieren und begeistern. Ich möchte meine Entdeckungen, Erlebnisse und Recherchen gerne mit meinen Lesern teilen - informativ, tiefgreifend, spannend, menschlich, lesenswert und charmant.

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