Erneuerbare Energie ist nötiger denn je, die Erzeugung muss aber sicher und effizient sein. Dabei stellen technische Entwicklungen und neue Normen wie die DIN EN 81-44 auch die Komponentenhersteller vor Herausforderungen. Auf der WindEnergy 2026 vom 22. Bis 25. September in Hamburg stellt Mayr Antriebstechnik anwendungsoptimierte Sicherheitsbremsen für Pitch- und Yaw-Antriebe vor, unter anderem die Roba-stop M Pitch-Bremse. Außerdem sind normgerechte Lösungen für Servicelifte und smartes Bremsenmonitoring zu sehen.
Der Trend zu erneuerbaren Energien bleibt rasant. Damit die Energieerzeugung sicher und effizient abläuft, kommen immer häufiger bewährte Technologien aus der Industrie zum Einsatz. Ein Beispiel: Servomotoren werden mehr und mehr zur Regel auch bei Yaw-Antrieben, wo sie die ungeregelten Antriebe weitgehend ersetzen. Das stellt auch die Bremssysteme vor neue Herausforderungen.
Neue Regelungen legen die Hürde noch höher. Ein aktuelles Beispiel ist die Norm EN 81-44, in der die sicherheitstechnischen Anforderungen an Konstruktion und Einbau von kraftbetriebenen Aufzügen festgelegt sind, die dauerhaft in Windenergieanlagen installiert sind. Die Regelung umfasst den sicheren Transport von Personen und Gütern sowie Rettungs- und Evakuierungsverfahren. Sicherheitsbremsen sind als integraler Bestandteil der Sicherheitsarchitektur hier besonders betroffen. Ein wichtiger Aspekt der DIN EN 81-44: Die Komponenten müssen laut Norm unter den Umgebungsbedingungen einer Windkraftanlage zuverlässig funktionieren, konkret bei Temperaturen bis -25°C. Viele Hersteller legen ihre Bremsen allerdings nur bis -20°C aus und fallen damit aus der Norm. Der Temperaturbereich von Mayr Bremsen reicht dagegen bis -40°C, für entsprechende Tests betreibt Mayr eine eigene Klimakammer.
Für jede Anwendung die passende Lösung
Generell bietet Mayr im Pitch-Bereich eine Vielzahl an Bremslösungen für Servomotoren. So hat Mayr Antriebstechnik neben der Roba-stop M Pitch-Bremse mit der Roba servostop Baureihe weitere Bremslösungen im Programm, die A- oder B-seitig im Motor verbaut werden können und für Temperaturen bis 120°C ausgelegt sind. Sie überzeugen durch eine geringe Massenträgheit. Für A-seitig angeflanschte Bauformen bietet das Unternehmen Lösungen wie die Roba alphastop-Bremsen. Zu beachten ist dabei, dass der Motor über eine verlängerte Welle verfügen muss, oder aber, dass das Bremssystem mit integrierter Welle konstruiert ist. Eine wichtige Eigenschaft dieser Lösungen: Wird der Motor abgebaut, beispielsweise für Wartungsarbeiten, fehlt auch die Sicherheitsbremse. Dann sind Sicherungsmaßnahmen nötig, um unerwünschte Bewegungen von Rotorblättern oder Gondel zu vermeiden. Die Lösung: Sicherheitsbremsen, wie etwa die Roba topstop, die auch bei abgebautem Motor an der Anlage verbleiben und den Antriebsstrang im energielosen Zustand sicher halten. Diese modularen Systeme sind mit passgenauen Montageflanschen erhältlich und lassen sich damit flexibel in vorhandene Antriebe integrieren. Neben dem Pitch-Bereich können Anwender auch bei Yaw-Antrieben auf speziell dafür entwickelte und getestete Mayr Sicherheitsbremsen zurückgreifen.

Der Roba brake-checker liefert eine hohe Aussagekraft zur Schaltfunktion und ermöglicht die gezielte Suche nach Fehlerursachen
Sensorlose Überwachung – Daten für intelligente Sicherheit
Mit dem Roba brake-checker bietet Mayr ein Modul an, das Sicherheitsbremsen ohne zusätzliche Sensorik überwacht. Das Modul überwacht die Bewegung der Ankerscheibe und gibt den ermittelten Schaltzustand über eine Steuerklemme, den Signalausgang, aus. Das Signal bietet Anwendern einen klaren Mehrwert: Die Funktionsüberwachung ermöglicht eine frühzeitige und robuste Warnung vor dem Zustand „Bremse zieht nicht mehr an“. Dadurch wird eine planbare Wartung erleichtert und kritische Randbedingungen wie zu niedrige Versorgungsspannung, falsch dimensionierte Zuleitung sowie erhöhte Spulentemperatur und vergrößerter Luftspalt können vom Anwender gezielt untersucht werden. Der Roba brake-checker ergänzt dabei die herkömmliche Verschleißüberwachung im Sinne einer zustandsorientierten Instandhaltung. Er liefert eine hohe Aussagekraft zur Schaltfunktion und ermöglicht die gezielte Suche nach Fehlerursachen wie beispielsweise erhöhter Verschleiß, steigende Spulentemperatur, sinkende Versorgungsspannung oder Spannungsabfall auf Zuleitungen der Bremse. Sicherheit und Zuverlässigkeit von Bremsen steigen, gleichzeitig lässt sich die Wartungsplanung optimieren und Stillstandzeiten vermeiden.
Quelle: mayr antriebstechnik






