Die Prüfstandstechnik für automobile Antriebe erlebt einen grundlegenden Wandel. Der Siegeszug der E-Mobilität verändert Prüfroutinen, Drehzahlprofile und Anforderungsbilder tiefgreifend. Was dabei unveränderlich bleibt: Präzision, Zuverlässigkeit und Prozesssicherheit sind in der Messtechnik unabdingbar. Auf der Automotive Testing Expo 2026 in Stuttgart präsentiert Mayr Antriebstechnik vom 23. bis 25. Junisein aufeinander abgestimmtes Portfolio für die Prüfstandstechnik – von der Leichtbaukupplung Roba DS Type 9120 über bewährte Sicherheitsbremsen bis hin zu intelligenten Überwachungslösungen.
Wellenausgleichskupplungen sind ein essenzieller Bestandteil in Prüfständen. Basierend auf der bewährten Roba DS Stahllamellenkupplung hat Mayr Antriebstechnik mit der Roba DS Type 9120 eine gewichtsoptimierte Variante aus Aluminium im Angebot. Im Vergleich zur Stahlausführung ist der Außendurchmesser um bis zu 10 mm reduziert, Masse und Massenträgheitsmoment liegen je nach Bauform und Größe bei 40 % bis 60 % der Stahlausführung – bei unveränderter Leistungsdichte. In die Entwicklung sind umfassende Erkenntnisse aus vielen Jahren in der Prüfstandtechnik eingeflossen, wo bislang hohe Drehzahlbereiche die Regel waren. Daher ist die Roba DS 9120 auch für Drehzahlen bis 32.000 min⁻¹ geeignet.
Sicherheitsbremsen für Prüfstände
Neben der Kupplungstechnik präsentiert Mayr Antriebstechnik auf der Automotive Testing Expo auch sein breites Portfolio an Sicherheitsbremsen für Prüfstandsanwendungen. Prüfstände für automobile Antriebe umfassen häufig vertikale Achsen und lineare Bewegungen, die zuverlässig abgesichert sein müssen, sei es im laufenden Prüfbetrieb, bei Wartungsarbeiten oder im Fehlerfall. Die Roba guidestop Profilschienenbremse beispielsweise wirkt direkt auf die bewegten Massen der Vertikalachsen und klemmt diese spielfrei und mit hoher Steifigkeit in Position. Sie ist in hydraulischer, pneumatischer und elektromagnetischer Ausführung erhältlich und für alle gängigen Linearführungen verfügbar. Die Roba linearstop Kolbenstangenbremse sichert lineare Bewegungen auf Rundstangen ab. Sie ist eine Sicherheitsbremse nach dem Fail-Safe-Prinzip, ist also im energielosen Zustand geschlossen, und ist für dynamische Notbremsungen ausgelegt. Die Baureihe umfasst sechs Baugrößen mit Kräften von 70 bis 17.000 N.
Smarte Module für intelligentes Monitoring
Konstante, aussagekräftige Datenströme sind aus modernen Prüfumgebungen nicht mehr wegzudenken. Das Modul Roba brake-checker überwacht Sicherheitsbremsen sensorlos und versorgt sie gleichzeitig mit Energie. Es erkennt durch eine erweiterte Analyse von Strom und Spannung den Schaltzustand der Bremse und gibt eine Warnung aus, bevor die Bremse im aktuellen Betriebszustand nicht mehr lüften kann. Dadurch wird eine planbare Wartung erleichtert und kritische Randbedingungen wie zu niedrige Versorgungsspannung, falsch dimensionierte Zuleitung sowie erhöhte Spulentemperatur und vergrößerter Luftspalt können vom Anwender gezielt untersucht werden.
In Kombination mit dem Modul Roba gateway wird die Lösung netzwerkfähig: Die Bremsdaten lassen sich per Ethernet-Anschluss dauerhaft auslesen und über ein Dashboard visuell darstellen. Auffälligkeiten im Prüfprozess sind frühzeitig erkennbar, Wartung wird planbar, und Stillstandzeiten lassen sich gezielt minimieren. Die Integration in Fernwartungssysteme ist ebenfalls möglich.
Quelle: mayr Antriebstechnik






