Von Maschinenhauben über Rechenzentren bis zu Hygienebereichen: Lineartechnik soll zuverlässig funktionieren, auch nach langen Stillstandzeiten und unter anspruchsvollen Bedingungen. Stefan Niermann, Leiter Geschäftsbereich Drylin Linear- und Antriebstechnik bei Igus, sowie Michael Hornung, Produktmanager International, berichten im Interview über neue Rollenführungen, digitale Lebensdauerberechnung und den wachsenden Bedarf an integrierten Antrieben.
Herr Niermann, Herr Hornung, was sind aktuell die Herausforderungen für Konstrukteure in der Lineartechnik? Mit welchen Problemen kommen die Kunden auf Sie zu?
NIERMANN: Es geht letztlich viel um Komfort, den unsere Kunden ihren Endanwendern zur Verfügung stellen wollen. Genau dort ergeben sich sehr oft Anwendungsfälle für Lineartechnik. Ob es Sitze sind, die sich automatisch an die Person anpassen, oder Kaffeemaschinen, in denen der Becher immer exakt angefahren wird: Im Kern stehen fast überall angetriebene Linearachsen. Die klassischen Anforderungen bleiben dabei bestehen – schmierfrei, preiswert, leicht, wartungsarm. Und in den letzten Jahren ist eine ganz konkrete Anforderung an uns immer lauter geworden: der Wunsch nach Rollenführungen. Danach werden wir zum Teil schon seit Jahren gefragt.
HORNUNG: Konstrukteure stehen unter hohem Zeitdruck und müssen Entwicklungsprozesse beschleunigen. Entsprechend wichtig ist die Berechenbarkeit der Haltbarkeit der eingesetzten Komponenten bei der Auswahl. Über unseren Online-Konfigurator können Kunden die Lebensdauer und Leistungsdaten verschiedener Lösungen bereits in der Konstruktionsphase simulieren und vergleichen. So erhalten sie schnell eine belastbare Entscheidungsgrundlage und können die technisch und wirtschaftlich optimale Komponente auswählen.

Eine von vielen möglichen Anwendungen der Igus-Rollenführung sind Maschinenhauben
Auf der Hannover Messe haben Sie die Drylin C-Rollenführung vorgestellt. Warum setzt Igus, das jahrelang mit dem Claim „Gleiten statt Rollen“ unterwegs war, nun auf Rollen?
NIERMANN: Das war tatsächlich ein Thema, über das wir uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht haben. Natürlich haben wir damit gerechnet, dass man uns auf diesen scheinbaren Widerspruch ansprechen würde. Tatsächlich ist das aber kaum passiert. Der Bedarf an Rollenführungen im Markt ist enorm. Wir haben uns die Frage gestellt: Wie können wir Rollenführungen auf unsere Art umsetzen? Mit Metall sicher nicht. Wir haben natürlich konsequent auf Hochleistungskunststoffe gesetzt. So bleiben die typischen Igus-Vorteile erhalten: geringes Gewicht, Korrosionsfreiheit, Schmiermittelfreiheit und ein großer Variantenreichtum. Herausgekommen ist unsere Drylin C-Rollenführung als eine wirtschaftliche und leistungsfähige Lösung, die technisch konkurrenzfähig ist. Das wird sowohl von unseren Kunden als auch vom Wettbewerb anerkannt.
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Quelle: igus






