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“Gemeinsam wachsen”

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Übernahme der VMA Antriebstechnik durch Miki Pulley: Vorteile auf allen Seiten

Im Jahr 2016 wurde VMA Antriebstechnik von der Miki Pulley AG übernommen. Nicht nur für beide Unternehmen war dies eine gewinnbringende Entscheidung – auch die Kunden profitieren von der erst jungen Zusammenarbeit. Lesen Sie hier ein Interview mit Gabriele Hasenstab, Geschäftsführerin VMA Antriebstechnik, und Matthias Klos, Managing Director der Miki Pulley AG.

Hintergrund: Das Unternehmen Miki ­Pulley mit einer zurückliegenden Geschichte bis in das Jahr 1936, schaffte mit dem stufenlos verstellbaren Riemenübertrieb im Jahr 1954 den Durchbruch in Japan im Bereich Antriebstechnik. Weltweite Zusammenschlüsse mit anderen Unternehmen haben nicht nur das Lieferprogramm erweitert – das japanische Traditionsunternehmen hat sich dadurch zum Marktführer im asiatischen Raum im Bereich der flexiblen Wellenkupplungen sowie Sicherheitsbremsen entwickelt. Um im europäischen Raum Fuß ­fassen und somit die vertrieb­lichen Aktivitäten auch außerhalb Asiens auszuweiten, entschied sich Miki Pulley im Frühjahr 2016 zu einer Übernahme der VMA Antriebstechnik. Das Unternehmen aus Großostheim/Bayern wurde durch zahlreiche eigenentwickelte, patentierte Produkte wie Kupplungen bekannt. Mit ­einer mehr als 30-jährigen Geschichte hat sich VMA Antriebstechnik fest am Markt etabliert und zählt zu den Marktführern in Deutschland. Ich habe mit Gabriele Hasenstab von VMA Antriebstechnik und Matthias Klos von Miki Pulley über Beweggründe, Entwicklungen und Er­folge der Zusammenarbeit gesprochen.

 

Gabriele Hasenstab (Bild r.), Geschäftsführerin VMA Antriebstechnik, und Matthias Klos, Managing Director der Miki Pulley AG (Bild: Redaktion antriebstechnik)

Frau Hasenstab, wie kam es denn vor einigen Jahren zu dem Zusammenschluss mit dem Unternehmen Miki Pulley?

VMA Antriebstechnik hat sich durch eigene Produktentwicklungen und auch als Pro­blemlöser für diverse Anwendungsbereiche einen Namen gemacht. Um eine solche Position weiter auszubauen, muss man immer wieder nach neuen Wegen suchen. Da wir ein relativ kleines Unternehmen sind, dachten wir bereits seit einiger Zeit über andere Vertriebsmöglichkeiten nach. Vor circa zwei Jahren kam dann zufällig die Geschäftsleitung der Miki Pulley Europe AG auf uns zu und hat In­teresse an einer Zusammenarbeit beziehungsweise an einer Übernahme bekundet. Wir sahen das für unser Unternehmen als Chance, durch eine breiter angelegte Vertriebsstruktur – gerade im europäischen Ausland – einen größeren Kundenstamm zu gewinnen und Entwickler und Konstrukteure mit den VMA-Produkten in Verbindung zu bringen.

Herr Klos, wie sind Sie in Berührung mit dem Unternehmen VMA Antriebstechnik gekommen und was genau hat Sie zu einer Übernahme aus Ihrer Sicht bewegt?

Nach der Gründung des Europa-Haupt­sitzes 2014 in der Schweiz und der Einrichtung eines zentralen Knotenpunkts zwischen Japan und Europa hat sich schnell gezeigt, dass eine Bedienung der Kunden aus dem europäischen Raum unabdingbar ist. Wir hatten die Wahl: Entweder eine eigene Unternehmung in Deutschland zu gründen oder sich gemeinsam mit einem adäquaten Partner den Markteintritt zu erleichtern. In diesem Zusammenhang wurde man auf die Firma VMA Antriebstechnik aufmerksam. Nach ersten Sondierungsgesprächen hatte sich schnell herauskristallisiert, dass eine Übernahme für beide Unternehmen gewinnbringend wäre: Die VMA Antriebstechnik bekommt einen starken Partner mit weltweitem Vertriebsnetzwerk an die Seite gestellt –
für Miki Pulley ist es die Nutzung des logistischen Supports, die lokale Präsenz sowie die Erweiterung des Produktespektrums. Es war beziehungsweise ist uns sehr wichtig, dass die Miki-Pulley-Produkte jetzt auch vom VMA-Standort Großostheim vertrieben werden können – ein echter Mehrwert für uns.

Frau Hasenstab, wenn Sie zurückblicken: Was hat sich seitdem für VMA Antriebstechnik verändert?

Rein physisch betrachtet hat sich der Standort verändert. Wir sind von Mainaschaff nach Großostheim gezogen, haben neue Räume für die Produktion und die Verwaltung eingerichtet. Dadurch haben sich nicht nur unsere Produktionsmöglichkeiten verbessert – neben der Beschäftigung neuer Mitarbeiter stellen wir fest, dass sich die Vernetzung mit Miki Pulley sehr positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirkt: Der Anstieg an Neukunden sowie die Entwicklung des Umsatzvolumens waren von Beginn an überdurchschnittlich gut – die Erweiterung des Produktport­folios ein weiterer Pluspunkt. Da viele Unternehmen daran interessiert sind, ihr Lieferantenportfolio zu verschlanken, kommt es den Kunden sogar entgegen, wenn sie zukünftig ein breiteres Spektrum aus einer Hand erhalten.

Federstegkupplung vom Typ ASK (Bild: VMA Antriebstechnik)

Herr Klos, seit Anfang des Jahres ist VMA Antriebstechnik jetzt komplett unter die Flagge der Miki Pulley Europe AG geschlüpft. Was hat sich für die Miki Pulley AG seitdem verändert und was war denn der ausschlaggebende Punkt für diesen finalen Schritt?

Um auf den ersten Teil Ihrer Frage ein­zugehen: Rein rechtlich hat sich seit dem Zusammenschluss im Frühjahr 2016 nichts mehr verändert. Neben einem ­neuen Auftritt nach außen – also einer einheitlichen Corporate Identity – übernimmt Miki ­Pulley seit Anfang des Jahres die komplette Kundenbetreuung. Um es kurz auf den Punkt zu bringen: Der komplette Verkauf der Produkte wird von Miki Pulley abgewickelt, die Bereiche ­Produktion, Logistik, Materialbeschaffung läuft weiter unter der Flagge der VMA Antriebstechnik.

Um auf ihre zweite Frage einzugehen: Der ausschlaggebende Punkt der Übernahme war ganz klar eine Fokussierung auf die jeweiligen Stärken der beiden Unternehmen. Die VMA Antriebstechnik hat ihre Kompetenz in der Fertigung und Entwicklung von Standard- und Spezialkupplungen in kleinen bis mittleren Volumen. Hingegen sind die Stärken von Miki Pulley in Europa der aktive Vertrieb und die Nähe zum Kunden. Durch eine klare ­Trennung zwischen Vertriebsstruktur und der Fertigung sowie der Logistik, errechnen wir uns ein weitaus höheres Erfolgspotenzial in allen Märkten. Ferner möchten wir auch unseren Auftritt nach außen Stärken, zum Beispiel unsere Präsenz auf Fachmessen erhöhen.

Frau Hasenstab, Herr Klos, welche Märkte und Branchen bedienen Sie beziehungsweise in welchen Märkten sind Sie aktiv? Auch international?

Klos: Das Hauptmarktgebiet ist eindeutig Deutschland. Für die Miki-Pulley-Produkte stehen hier Branchen wie die Robotik, die Automatisierung, die Maschinen- und Motorenhersteller im Fokus. Weitere Zielmärkte sind für uns Italien, Spanien, Schweiz, Polen und die Niederlande, welche hauptsächlich von lokalen Vertretern vor Ort betreut werden.

Hasenstab: Die Einsatzgebiete von original VMA-Produkten sind sehr vielseitig. Wir bedienen schon seit vielen Jahren die Verpackungs- und Halbleiterindustrie, Druckmaschinenhersteller, den Sondermaschinenbau, Textilmaschinenhersteller sowie Bereiche der Luft- und Raumfahrt.

Servoflexkupplung vom Typ SFC (Bild: VMA Antriebstechnik)

Herr Klos, wie wirkt sich diese Veränderung Ihrer Meinung nach für die Miki Pulley AG, insbesondere auch auf das Produktportfolio aus?

Da sich unser Produktportfolio vergrößert hat, sehen wir große Chancen, dieses zukünftig flächendeckender an die europäische Kundschaft zu vertreiben und dadurch bedingt bessere Absatzmöglichkeiten zu schaffen. Ferner werden die VMA-Produkte inzwischen auch von allen Miki-Pulley-Unternehmungen weltweit angeboten, zum Beispiel in Korea, Japan und Taiwan. Dies hat bereits im letzten Jahr zu einem deut­lichen Volumenanstieg geführt.

 

Frau Hasenstab, welche Vorteile/Mehrwerte bieten sich Ihren Kunden/Anwendern aufgrund des Zusammenschlusses?

Wie schon erwähnt ist das breite Produktportfolio auf jeden Fall ein erfreulicher ­Effekt. Oft erleben wir, dass Kunden nach Ausgleichskupplungen fragen und dann positiv überrascht sind, dass sie bei uns auch Bremsen erhalten. Durch die Ausweitung unserer Bevorratungsmöglichkeiten können wir die Miki-Pulley-Kunden jetzt auch direkt ab unserem Lager von Großostheim aus beliefern. Ferner bietet die Fertigung vor Ort einen weiteren Vorteil: Zum Beispiel können wir flexibel mit ­Änderungswünschen um­gehen, das heißt, wenn ein Kunde eine ­andere Passung oder Nut wünscht, können wir diese schnell und unkompliziert nach­arbeiten. Für die Miki-Pulley-Produkte resultieren daraus kürzere Lieferzeiten und niedrigere Frachtkosten.

Federbetätigte Sicherheitsbremse vom Typ BXR (Bild: VMA Antriebstechnik)

Herr Klos, wie stark ist Miki Pulley gegenüber dem Wettbewerb? Und wie blicken Sie dahingehend in die Zukunft?

Dies lässt sich sicherlich nur schwer abschätzen. Was im Moment für uns spricht, ist der rasante Wachstums- und Neukundengewinn. Niemand in Europa hat auf Miki Pulley gewartet – da gilt es sich besonders aktiv am Markt zu zeigen. Wir sind zwar noch relativ neu auf dem europäischen Parkett, das möchten wir zukünftig aber gerne ändern (lacht). Unsere Langzeit-Zielsetzung ist klar definiert: Als Marktführer in Asien ist es auch unsere Ambition, in den Bereichen der Kupplungs- und Bremsentechnik mit den Top-Playern in Europa auf Augenhöhe zu sein.

Frau Hasenstab, was bedeutet der Zusammenschluss mit Miki Pulley für den Kupplungs- und Bremsenmarkt und wie blicken Sie in die Zukunft?

Im Kupplungsbereich gibt es inzwischen viele Anbieter aus dem In- und Ausland, das heißt, der Wettbewerb hat in den ­letzten 20 Jahren exorbitant zugenommen. Die Folge: Ein starker Preiskampf. Bei VMA Antriebstechnik stand schon immer Qualität und gut durchdachte Technik im Vordergrund. Um diesem Anspruch auch zukünftig gerecht werden zu können, möchten wir gemeinsam mit Miki Pulley Präsenz und Stärke am Markt zeigen.

Um Ihre zweite Frage aufzugreifen: Wir blicken sehr zuversichtlich in die Zukunft. Der Bedarf in der Antriebstechnik an Kupplungen und Bremsen ist ungebrochen hoch, wir werden mit unseren Produkten die Anwender überzeugen, dass Qualität, technisches Know-how und ein guter Kontakt die Schlüsselfaktoren zu erfolgreichen Projekten sind.

 

Quelle: VMA Antriebstechnik – Miki Pulley

Veröffentlicht von

MK Krueger

Ob Industrie 4.0, Predictive Maintenance oder Condition Monitoring: Aktuelle Themen und Trends der Branche aufzugreifen, zu recherchieren und zu vermitteln – das ist es, was mich als Redakteurin der antriebstechnik so begeistert.

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