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VDMA: Antriebstechnik von morgen erhält eine neue Dimension

VDMA: Antriebstechnik von morgen erhält eine neue Dimension

VDMA: Antriebstechnik von morgen erhält eine neue Dimension

Auch 2016 war kein Wachstumsjahr für die Antriebstechnik. Deshalb gilt es gerade jetzt, neue Chancen für Wachstum zu nutzen und die Vision von der digitalisierten und vernetzten Industrie umzusetzen. Die Antriebstechnik spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn von ihr kommen die intelligenten Komponenten, Systeme und Lösungen, die die Fabrik von morgen antreiben werden. Der Erfolg bei der Digitalisierung entscheidet über unsere zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und bietet neue Wachstumschancen.

VDMA: Antriebstechnik von morgen erhält eine neue Dimension

Im Jahr 2015 entfällt die Hälfte der Antriebstechnik-Produktion in Deutschland auf ­Verzahnungen und Getriebe (Bild: VDMA)

Die deutsche Antriebstechnik ist technologisch weltweit führend und trotz eines schwierigen Marktumfelds erneut Exportweltmeister. Grundlage für diesen Erfolg ist der Dreiklang aus innovativen, technisch führenden Qualitätsprodukten, einer starken Forschung und Entwicklung und nicht zuletzt engagierten und gut qualifizierten Mitarbeitern. Mit über 89 000 Beschäftigten im Jahr 2015 (Vorjahr 88 300) konnte die Beschäftigung in der Antriebstechnik in Deutschland zulegen und hat damit das Niveau des Rekordjahres 2008 erreicht. Die Antriebstechnik ist die größte Einzelbranche im deutschen Maschinen- und Anlagenbau und deren größter Arbeitgeber. Es spricht für die Stärke der Branche, dass das hohe Niveau der Beschäftigung und der Produktion in Deutschland gehalten werden kann, obwohl die Produktivität zugenommen hat und schätzungsweise ein Drittel der Wertschöpfung, mit steigender Tendenz, inzwischen im Ausland stattfindet. Hier zeigt sich ein Trend, der sich aus Gesprächen mit Vertretern der Branche abzeichnet: Während die Antriebstechnikunternehmen aus Deutschland mit Produk­tion in den Wachstumsregionen der Welt zulegen, um mit Produkten und Dienstleistungen vor Ort zu sein, gewinnt Deutschland als Headquarter-Standort mit zentralen Funktionen wie F&E, Controlling, Marketing- und Vertriebsstrategien an Bedeutung. Mit Industrie 4.0 erwächst jedoch auch eine neue Chance, den Produktions­standort Deutschland noch wettbewerbsfähiger zu gestalten.

VDMA: Antriebstechnik von morgen erhält eine neue Dimension

Produktion der deutschen Antriebstechnik von 2000 bis 2016 (Bild: VDMA)

Antriebstechnik aus Deutschland weltweit gefragt

Die deutsche Antriebstechnik behauptet seit vielen Jahren ihre Rolle als technolo­gischer Weltmarktführer und Exportweltmeister – trotz zuletzt schwierigem Markt­umfeld. So lag die Produktion der deutschen Antriebstechnik 2015 bei rund 16 Mrd. EUR. Der Export konnte leicht um 1,8 % auf 13,7 Mrd. EUR zulegen, bei einer Exportquote von 86 %. Damit hält die deutsche Antriebstechnik 20 % (2014: 21 %) der weltweiten Exporte von Antriebstechnik und ist global nach wie vor die Nummer eins, gefolgt von China mit 15 % und Japan und den USA mit jeweils 10 %. Das weltweite Handelsvolumen für Antriebstechnik hat 2015 um 7 % auf 68,3 Mrd. EUR zugenommen. Die wichtigsten Märkte für den Export deutscher Antriebstechnik sind Europa mit 58 %, Asien mit 23 % und Nordamerika mit knapp 12 %.

VDMA: Antriebstechnik von morgen erhält eine neue Dimension

Umsatzentwicklung der deutschen Antriebstechnik und des Maschinenbaus seit 1985 (Bild: VDMA)

Marktlage und Ausblick

Nach 2015 entwickelt sich auch 2016 zu e­inem schwierigen Jahr für die Antriebstechnik. Die deutsche Produktion der Antriebstechnik steckt weiterhin in einer unbefriedigenden konjunkturellen Entwick-lung. Umsatz und Auftragseingang sind im Vergleich zum Vorjahr rückläufig: Für den Zeitraum Januar bis August dieses Jahres weist der Umsatz im Vergleich zu 2015 ein Minus von 10 % und der Auftragseingang ein Minus von 11 % auf. Die Entwicklung ist aktuell zweigeteilt: Automationslastige und konsumnahe Kundengruppen lassen ein positives Ergebnis für das Jahr erwarten, die klassischen Industriekunden – Öl, Rohstoffe, Mining, Fördertechnik, Energie (außer Wind) – und auch der Bereich mobiler Anwendungen – rechnen tendenziell mit einem Minus. Der Bereich der Windkraft zeigt ­aktuell jedoch ein Wachstum. Auch der Blick auf den Globus erlaubt keine eindeutige Einschätzung: China fällt als Wachstumsmotor weitgehend aus und aus den USA kommen keine Impulse, die Nachfrage aus Europa dagegen lässt hoffen. Zusammenfassend schätzt Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer im VDMA ­sowie Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Antriebstechnik, die Lage so ein: „Das prognostizierte Plus für 2017 von 1 % für den Maschinenbau, unserer wichtigsten Kundengruppe, ist ein positives Signal für die Antriebstechnik. Und wir blicken zuversichtlich in die Zukunft: Ein Investitionsstau der letzten Jahre, die Innovationsfreudigkeit der Unternehmen und die Tatsache, dass den Antriebstechnikern im Umfeld von Industrie 4.0 eine Schlüsselfunktion zukommt, eröffnen der Branche neue Wachstumspotenziale, die es zu nutzen gilt.“

VDMA: Antriebstechnik von morgen erhält eine neue Dimension

Der größte deutsche Exportmarkt liegt mit 58 % in Europa (Bild: VDMA)

Forschung und Digitalisierung sichern Zukunft

Innovationsfähigkeit und Spitzentechnologie sind wesentliche Voraussetzungen, um auch künftig die führende Rolle im globalen Wettbewerb zu behaupten. Die deutschen Unternehmen der Antriebstechnik setzen deshalb ganz bewusst auf Forschung und Entwicklung und gestalten aktiv den Wandel hin zu neuen Technologien wie der Digitalisierung und Vernetzung. Gleichzeitig muss man auch in den traditionellen Ziel-feldern, wie Energieeffizienz, Total Cost of ­Ownership, Leistungsdichte, Lebensdauer, Umweltverträglichkeit, „Time to Market“, in der Führungsrolle bleiben.
„Die Umsetzung von Industrie 4.0 ist heute eine der größten Herausforderungen für die Antriebstechnik. Neue Geschäftsmodelle auf Basis datenbasierter Kundenservices müssen zur Marktreife entwickelt werden. Hier bieten sich enorme Wertschöpfungspotenziale, die im globalen Wettbewerb von wichtiger Bedeutung sind. Entscheidend ist es, frühzeitig die passenden Geschäftsmodelle zu entwickeln, die einen höheren Nutzen für die Kunden bringen. Predictive Maintenance zeigt, wie der Industrie-4.0-Gedanke in die Praxis umgesetzt werden kann. Die vorausschauende Instandhaltung ist ein Nutzen, der sich ­direkt aus der Vernetzung ergibt. Die deutsche Antriebstechnik ist hier in einer starken Position, denn wir verbinden Big Data mit Big Thinking, Korrelation mit Kausalität. Die Antriebstechnik enthält eine neue ­Dimension in der Wertschöpfungskette“,­ so Hartmut Rauen.

VDMA: Antriebstechnik von morgen erhält eine neue Dimension

2015 hat der Welthandel mit Antriebstechnik um 7 % zugenommen (Bild: VDMA)

Qualifizierte Mitarbeiter sichern den Erfolg

Qualifizierte und motivierte Fachkräfte sowie gut ausgebildeter Nachwuchs werden in Zukunft noch wichtiger für den Erfolg, denn Industrie 4.0 wird auch die Arbeitswelt in der Antriebstechnik verändern. Neue Berufs-felder – wie zum Beispiel das vom VDMA ent-wickelte Berufsbild Produktionstech­nologe – werden entstehen. Mitarbeiter mit entsprechenden Fähigkeiten sind recht­zeitig zu gewinnen und fortzubilden. „Als VDMA gehen wir hier neue Wege. Gemeinsam mit dem Start-up-Unternehmen University 4 Industry (U4I) haben wir unseren Leitfaden zur Industrial Security in ein wegweisendes Online-Bildungsformat umgesetzt“, so Hartmut Rauen.

Zusammenarbeit und Vernetzung

Gemeinschaft macht stark. Es wird immer wichtiger, sich national und international zu vernetzen. Nur durch Zusammenarbeit über die eigenen Fachgebiete und Ländergrenzen hinweg lassen sich große Themen und Herausforderungen bewältigen. Der VDMA Fachverband Antriebstechnik stellt dazu die geeignete Plattform zur Verfügung, mit zahlreichen Formaten und Leistungen, rund um fachliche Fragestellungen und Netzwerkaktivitäten. Zudem bietet die Forschungsvereinigung Antriebstechnik (FVA) seit fast 50 Jahren ein weltweit einmaliges Forschungs- und Innovationsnetzwerk, um im Rahmen der Industriellen Gemeinschafts-forschung (IGF) Grundlagenfragen der Antriebstechnik gemeinsam zu erörtern und wissenschaftlich bearbeiten zu lassen – mit Mehrwert für alle Beteiligten.

www.fva-net.de


Mehrwert durch Gemeinschaft

Die Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V. (FVA) steht für fast 50 Jahre Know-how und technologischen Fortschritt in der Branche. Sie ist das weltweit führende Forschungs- und Innovationsnetzwerk der elektrischen, mechanischen und mechatronischen Antriebstechnik, beheimatet in Europas größtem Industrieverband, dem VDMA. Im Zentrum des FVA-Engagements steht die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF). Sie bringt die Industrieexperten entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit den besten Forschungsinstituten und wissenschaftlichen Einrichtungen der Antriebstechnik zusammen. Die FVA schafft so ein weltweit einmaliges Expertennetzwerk, mit Mehrwert für alle Beteiligten.


Berechnungsplattform für die Antriebstechnik

Mit der FVA-Workbench lassen sich einzelne Komponenten bis hin zu komplexen Getrieben detailliert auf Basis aktueller Forschungsergebnisse umfangreich berechnen und analysieren. Im FVA-Innovationsnetzwerk arbeiten die besten Forschungsinstitute gemeinsam mit den führenden Unternehmen der Antriebstechnik an wegweisenden Berechnungsmethoden, die für die Auslegung eines Antriebssystems entscheidend sind. Die FVA-Workbench bündelt diese Methoden und macht sie direkt für die industrielle Praxis anwendbar. Das neue Release 4.5 der FVA-Workbench steht ab Dezember 2016 den Anwendern zur Verfügung und bietet, mit neuem Lizenzmodell, für jeden Anwender das passende Angebot. So können insbesondere Gelegenheits- oder Vielnutzer die FVA-Workbench zu attraktiven Konditionen einsetzen.
www.fva-service.de/fva-workbench


Predictive Maintenance 4.0 zur Hannover Messe

Die Hannover Messe 2017 widmet dem Thema Predictive Maintenance 4.0 erneut eine Sonderausstellung. Ergänzend hierzu wird das MDA Forum das Thema schwerpunktmäßig aufgreifen. Beide Veranstaltungen sind Bestandteil der Leitmesse MDA in Halle 19. Mit dem Motto “Creating Values” steht das vorausschauende Instandhalten mittels intelligentem Datenaustausch und Datenanalysen als künftiger Werttreiber in der Industrie im Fokus – ein Schlüsselthema für die Antriebstechnik, denn von ihr kommen wichtige Leistungsbausteine. Auch der Firmengemeinschaftsstand der Antriebs- und Fluidtechnik ist in der Halle positioniert.


VDMA Kongress Predictive Maintenance 4.0

Experten berichten über ihre konkreten Erfahrungen mit Predictive Maintenance in verschiedenen Industriebereichen und informieren über Anforderungskriterien, Kosten-Nutzen-Betrachtungen, Anforderungen und Geschäftsmodelle. Mehr Informationen und Kontakt: Peter-Michael Synek, peter.synek@vdma.org, Tel. +49 (0)69 6603-1513.

Veröffentlicht von

Dirk Schaar

Ich bin seit mehr als 20 Jahren in Automatisierung und Antriebstechnik unterwegs, weil mich die Technik-Themen immer wieder faszinieren und begeistern. Ich möchte meine Entdeckungen, Erlebnisse und Recherchen gerne mit meinen Lesern teilen - informativ, tiefgreifend, spannend, menschlich, lesenswert und charmant.

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Die Verkürzung von Entwicklungszeiten, immer individuellere, sich während der Projektdurchführung ändernde Kundenanforderungen sowie höhere Unsicherheiten ergeben einen Bedarf nach agileren Methoden im Entwicklungsprozess. Eine agile Entwicklung zeichnet sich aus durch hohe Geschwindigkeit und die Fokussierung[...]
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